Loft Bahnhof, Mecklenburg Vorpommern

Loft Bahnhof, Mecklenburg Vorpommern

Projektbeschreibung

AUSGANGSBASIS & AUFGABENSTELLUNG

Mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte wurde das Erdgeschoss eines ehemaligen Bahnhofs zu einer großzügigen Loftwohnung umgebaut. Der historische Ziegelbau sollte dabei nicht nur erhalten, sondern neu interpretiert werden – als moderner Wohnraum voller Offenheit, Licht und Atmosphäre. Das Konzept verfolgte das Ziel, die Spuren der Vergangenheit sichtbar zu bewahren und sie mit den Anforderungen zeitgemäßen Wohnens zu verbinden. So entstand für ein weltoffenes Paar ein Zuhause mit unverwechselbarem Charakter, das die Geschichte des Gebäudes weitererzählt und zugleich den Komfort und die Funktionalität modernen Wohnens bietet.

UMSETZUNG

Das Herzstück der Wohnung bildet der großzügige Wohnraum mit Kamin, Sofa und Essbereich. Als prägendes Gestaltungselement fungiert die grün geflieste Kaminwand (Marazzi/Luz), die nicht nur den Kamin rahmt, sondern auch eine gemütliche Sitzbank sowie ein hinterleuchtetes Regal aus Holz integriert. Sie verleiht dem Raum eine besondere Identität, schafft eine warme Atmosphäre und verbindet die einzelnen Wohnbereiche zu einem harmonischen Ganzen. Das großzügige Bouclé-Sofa (Bolia / Noora) lädt mit seiner klaren, zugleich luxuriösen Formensprache und dem Blick auf die Kaminwand zum entspannten Verweilen ein. Am vollständig aus Holz gefertigten, ausziehbaren Esstisch von Carl Hansen & Søn finden bis zu acht Personen Platz. Während gemeinsamer Mahlzeiten eröffnet sich der Blick in die Landschaft und auf die am ehemaligen Bahnhof vorbeiführenden Gleise – eine stetige Erinnerung an die Geschichte des Ortes. In der Küche sorgt eine lineare Küchenzeile aus Holz in Kombination mit raumhohen, weißen Oberschränken für großzügigen Stauraum und eine klare, funktionale Struktur. Der Boden aus Ziegelriemchen, im Fischgrätverband verlegt, bildet eine warme, handwerkliche Basis und hebt den zentral im Raum positionierten Küchenblock hervor, der sich als schwarzer, monolithisch wirkender Körper in den Raum einschreibt. An diesem lebendigen Mittelpunkt kann gekocht, gestanden und gegessen werden. Ein kleines Durchgangszimmer trennt den Wohn- vom Schlaf- und Arbeitsbereich. Betreten wird es über eine filigrane, raumhohe Stahl-Glas-Rahmentür. Der Raum beherbergt eine freistehende Badewanne (Riluxa / Wezen) mit Blick in die Landschaft und auf die vorbeiführenden Gleise sowie in den Wohn- und Arbeitsbereich. Auch hier bilden die grünen Fliesen der Kaminwand den atmosphärischen Hintergrund und schaffen eine gestalterische Verbindung zum Hauptraum. Über der Badewanne schweben filigrane Pendelleuchten (Bocci / 14.3) aus handgegossenem Glas, die dem Raum eine besondere Atmosphäre verleihen. Vom Durchgangszimmer aus gelangt man in das Badezimmer mit integrierter Ankleide. Hier wurden zwei Funktionen auf kompakter Fläche miteinander vereint. Entlang der Raumlänge bietet ein Spiegelschrank mit filigraner Beleuchtung sowie angegliederte Schrankelemente Stauraum. Der helle, großzügige Duschbereich ist mit der gleichen Fliese wie im Wohnraum in Weiß ausgeführt und schafft so eine gestalterische Verbindung der Bereiche. Die Ankleide ist als „Raum im Raum“ konzipiert. Die in den Badraum ragende Außenecke wurde mit einer ausdrucksstarken Tapete (Devon & Devon / Botanica) gestaltet.

Der Schlafbereich lässt sich vom Arbeitsbereich durch einen raumhohen, transluzenten Vorhang räumlich abtrennen. Im Arbeitsbereich befindet sich ein großzügiger Schreibtisch aus Holz mit einer angegliederten Polsterbank (Stoff Kvadrat / Coda2). Der Blick vom Arbeitsplatz öffnet sich erneut in die weitläufige Landschaft und auf die vorbeiführenden Gleise.

Das Doppelbett ist vor einer Wand aus Ziegelriemchen positioniert. Der handwerkliche Hintergrund versteht sich dabei als Anlehnung an die Backsteinfassade des Gebäudes und führt die Materialität des Ortes im Innenraum weiter. Das gepolsterte Kopfteil sowie das Bett selbst sind mit samtgrünem Stoff bezogen. Eine indirekte Beleuchtung hebt die Backsteinwand sanft hervor und betont deren plastische Struktur. Ferienhaus - Innenarchitektur - Interior Design - Susanne Kaiser


Leistungen:

Entwurfs- und Ausführungsplanung, Baubetreuung

Planungszeit Interior Design: 

Oktober 2024 bis Februar 2025

Fertigstellung: 

August 2025

Mitarbeit: 

Carolin Schaufel

Fotos:

Michael Zalewski