DFN Meeting- und Pausenraum Berlin
DFN Meeting- und Pausenraum Berlin
AUSGANGSBASIS & AUFGABENSTELLUNG
Vom Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN), der die digitale Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Universitäten in Deutschland organisiert, wurde wir beauftragt einen bestehender Meetingraum im Berolina-Haus am Alexanderplatz in Berlin neu zu konzipieren
Ausgangspunkt war ein funktional angelegter, jedoch zurückhaltend gestalteter Raum in Grau-in-Grau, der den heutigen Anforderungen an flexible Arbeits- und Kommunikationsformen nicht mehr gerecht wurde. Ziel der Umgestaltung war es, innerhalb des bestehenden Rahmens eine neue Aufenthaltsqualität zu schaffen – einen Ort für informellen Austausch, spontane Meetings und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen.
UMSETZUNG
Die Intervention erfolgt bewusst präzise und mit minimalen Eingriffen. Zentrales Element ist eine großzügige, gepolsterte Sitzbank, die sich als durchgehendes Möbel entlang einer Raumseite entwickelt. Eingefasst von einer klaren Holzrahmung und ergänzt durch eine integrierte Beleuchtung, bildet sie den identitätsstiftenden Kern des neuen Kommunikationsbereichs. Runde Tische strukturieren die Fläche und ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien – vom kurzen Austausch bis zur längeren Besprechung. Die Bestandsmöblierung des Meetingbereichs bleibt dabei erhalten und weiterhin flexibel konfigurierbar.
Ergänzend wurde eine zweite Zone mit Hochsitzen geschaffen. Barhocker von Bolia ermöglichen hier sowohl informelles Arbeiten am Laptop als auch spontanen Austausch. Im unteren Bereich des Stehbereichs sorgen akustisch wirksame Lamellen für eine Verbesserung der Raumqualität und unterstreichen zugleich die gestalterische Stringenz.
Die funktionale Zonierung wird zusätzlich über den Bodenbelag unterstützt: Der Kommunikationsbereich hebt sich als „grüne Insel“ vom Bestand ab und schafft eine subtile, aber wirkungsvolle Differenzierung innerhalb des Raumes. Grundlage hierfür ist der vorhandene Teppichbelag von „Farbromont“, ein sogenannter Kugelgarn, der sich durch seine besondere Verarbeitbarkeit auszeichnet. Durch das präzise Herausschneiden einzelner Flächen konnten neue, nahtlos wirkende Formen in den Bestand integriert werden. Da das Material nicht ausfranst, lassen sich klare Konturen und exakte Übergänge realisieren – eine Qualität, die maßgeblich zur gestalterischen Präzision des Eingriffs beiträgt.
Die funktionale Zonierung wird zusätzlich über den Bodenbelag unterstützt: Der Kommunikationsbereich hebt sich als „grüne Insel“ vom Bestand ab und schafft eine subtile, aber wirkungsvolle Differenzierung innerhalb des Raumes. Dieses Motiv setzt sich im Eingangsbereich fort, wo grüne Lamellen den Übergang zur Sitzbankzone definieren. In diese Struktur sind zurückhaltend Stauraum sowie eine Garderobe integriert, die nahezu unsichtbar in die Gestaltung eingebunden sind.Weitere gestalterische Elemente wie die Lamellen-Wandverkleidung im Bereich des Monitors sowie die sorgfältig ausgewählten Möbel – darunter Stühle von HAY an den Besprechungstischen – ergänzen das Gesamtbild. Die eingesetzten Leuchten, unter anderem von Marva, greifen die klare Formensprache des Hauses auf und interpretieren diese zeitgemäß.So entsteht mit gezielten Eingriffen ein vielseitig nutzbarer Raum, der den Arbeitsalltag der rund 60 Mitarbeitenden unterstützt und den Wandel hin zu flexibleren, kommunikativen Arbeitsformen räumlich sichtbar macht – im respektvollen Dialog mit einem bedeutenden Stück Berliner Architekturgeschichte.
Planungszeitraum:
November 2024 - August 2025
Bauzeit: August 2025 bis Oktober 2025
Fertigstellung:
Oktober 2025
Mitarbeiter:
Viktoria Wuttke, Alina Stachorra
Fotos:
Konstantin Gassmann für Fabromont